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Die lichtabhängige Besiedlung von Hafenstützpfeilern durch sessile Tiere und Algen aus dem Korallenriff bei Eilat (Rotes Meer)

  • H. Schuhmacher1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen24:BF01609521

https://doi.org/10.1007/BF01609521

Zusammenfassung

1. Die Bedeutung des Faktors Licht für die Verteilung der verschiedenen Arten im Korallenriff wurde an einer Lichtorgel untersucht, als welche die Stützpfeiler der 550 m langen Pier im Handelshafen von Eilat angesehen werden können. Die Pfeiler sind in acht Reihen hintereinandergeordnet, wobei die äußerste Reihe sonnenlichtexponiert ist, während die Helligkeit bei den hinteren Pfeilern der dunkler Höhlen entspricht.

2. Der Lichtgradient zwischen den Pfeilern wurde in sechs Stufen gegliedert: Stufe A 13-5%, B 5-1,6%, C 1,6-0,8%, D 0,8-0,4%, E 0,4-0,2%, F 0,2-0,1% der über der Wasseroberfläche gegebenen Beleuchtungsstärke.

3. Die Verteilung von 28 Tier- und 5 Algenarten auf den Hafenpfeilern und im Riff wurde beschrieben. Ihre Eignung als Leitarten wurde überprüft. Auf Grund deren unterschiedlichen Lichtbedarfs ergab sich folgende vierstufige Zonierung der Hafenpfeiler: (a) Hellzone (13-3% der Beleuchtungsstärke über Wasser) mit den LeitformenTridacna maxima undT. squamosa, Padina pavonia und verschiedenen Steinkorallen; (b) Dämmerlichtzone, hell (3-1%) mit den LeitformenSiphonochalina siphonella undDendronephthya hemprichi; (c) Dämmerlichtzone, dunkel (1-0,4%) mit den LeitformenAcabaria biserialis undClathraria rubrinodis; (d) Dunkelzone (0,4-0,1%) mit den LeitformenLithothamnion spec. undLithophyllum spec.

4.Tubularia larynx undAcabaria pulchra wählten Standorte dicht unter der Wasseroberfläche in unregelmäßig bewegtem Wasser: erstgenannte Art in der „Hellzone”, die zweite in der „Dämmerlichtzone, dunkel“.

5. Die Verteilung der Arten im Lichtgradient der Hafenpfeiler stimmt weitgehend mit der im natürlichen Riff überein. Abweichungen wurden diskutiert.

6. Es wurde deutlich, daß bei denjenigen der untersuchten Arten, bei denen keine gleichmäßige Verbreitung im Riff festzustellen war, die Unterschiede im Vorkommen in erster Linie vom Licht abhängig waren.

Notes

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