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Die Folliculiniden der Deutschen Bucht I

Magnifolliculina n. g., eine interessante Formengruppe der Epifauna des Sandgrundes
  • 1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen11:BF01611133

https://doi.org/10.1007/BF01611133

    Zusammenfassung

    1. Bestimmte Folliculiniden aus verschiedenen Sandarealen der Deutschen Bucht bilden auf der Innenseite leerer Muschelschalen eine epipsammale Lebensgemeinschaft. Unter den zum größten Teil noch unbekannten Spezies fand sich eine einheitliche Formengruppe, die alsMagnifolliculina n. g. ausführlich beschrieben wird.

    2. Besondere Kennzeichen der GattungMagnifolliculina sind: die beachtliche Größe, die ungewöhnliche Ausbildung eines Doppelgehäuses mit Außen- und Innengehäuse und breit auslaufender Basalplatte sowie ein eigenartiger Dimorphismus des Makronucleus. Die sedentäre Folliculinide besitzt einen einheitlich runden Makronucleus, das Vordertier (Schwärmer) nach der Teilung einen rosenkranzförmig gegliederten Kern.

    3. Die Beschreibung von drei Arten —Magnifolliculina alata, M. roestensis undM. binalata — stützt sich auf eine unterschiedliche, artspezifische Verhaltensweise beim Gehäusebau und eine dementsprechend unterschiedliche Ausformung des Außengehäuses.

    4.Magnifolliculina roestensis (Dons) 1931 erwies sich als identisch mit der vonDons generisch fehlbestimmtenParafolliculina roestensis. Die Zuordnung vonValletofolliculina bicornis Andrews &Reinhard 1951 muß in diesem Zusammenhang erneut überprüft werden.

    5. Übergangsformen lassen eine intragenerische Evolutionsreihe in der Folge:M. alata (Primärform),M. roestensis, M. binalata erkennen. Dieser Reihe entspricht auch eine Häufigkeitsverteilung der Gehäuselänge und Größe.

    6.Magnifolliculina ist sehr temperaturresistent. Während des extrem kalten Winters 1962/63 wurden Temperaturen von −1,30° C ohne Schädigung überstanden. Eine Cystenbildung findet nicht statt.

    7. Die Beschreibung der Arten wird durch Angaben über deren Lebenszyklus, Gehäusebau, Variabilität, Cytologie und Ökologie ergänzt. Die Konsequenzen des Kern-Dimorphismus für das System der Folliculiniden werden ausführlich diskutiert.

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