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Zur Cytologie der Rectaldrüsen von Knorpelfischen

II. Teil : Die Mikromorphologie des zentralen Sammelkanals
  • W. Stockem1,
  • H. Komnick1 und
  • K. E. Wohlfarth-Bottermann1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen196818:BF01611679

https://doi.org/10.1007/BF01611679

Publiziert: 1. Dezember 1968

Zusammenfassung

  1. 1.

    Das zentrale Sammelkanalepithel der Rectaldrüse der untersuchten Knorpelfischarten (Scylliorhinus canicula, Galeorhinus galeus undRaja batis) besteht aus 3 bis 6 Schichten: einer superfiziellen sowie mehreren basalen Zellschichten.

     
  2. 2.

    Die superfizielle Epithelschicht wird normalerweise von insgesamt drei verschiedenen Zelltypen gebildet: (a) Becherzellen, (b) Zellen mit apikalen Sekretgrana und (c) Flaschenzellen. BeiScylliorhinus canicula ist noch ein vierter Zelltyp, die sog. mitochondrienreichen Zellen vorhanden. Die von diesen Zellen gebildeten Areale des Sammelkanalepithels sind stets einschichtig.

     
  3. 3.

    Die Becherzellen besitzen eine große Ähnlichkeit mit den schleimproduzierenden Becherzellen aus dem Darmtrakt von Wirbeltieren. Ihre dominierenden Strukturmerkmale sind ein gut entwickeltes Ergastoplasma, ein ausgedehnter Golgi-Apparat sowie eine dichte Füllung des Zellapex mit Schleimgrana.

     
  4. 4.

    Die Zellen mit apikalen Sekretgran a besitzen entweder prismatische oder hantelförmige Gestalt. Sie enthalten rauhes endoplasmatisches Retikulum sowie einen gut entwickelten Golgi-Apparat. Die Sekretgrana sind locker im Golgi-Feld verteilt und formieren sich unmittelbar unter dem Zellapex zu einer oder mehreren geschlossenen Reihen.

     
  5. 5.

    Die Flaschenzellen sind durch ein Cytoplasma charakterisiert, welches zahlreiche kleine Vesikel enthält. Sie besitzen vereinzelte Dictyosomen sowie eine Reihe meist kleinerer Mitochondrien. Darüber hinaus zeigen sie Anzeichen endocytotischer Aktivität.

     
  6. 6.

    Die mitochondrienreichen Zellen zeichnen sich durch laterale Verzahnung sowie ein basales Labyrinth aus und beherbergen zahlreiche Mitochondrien. Sie gleichen morphologisch den exkretorischen Zellen des Rectaldrüsenparenchyms.

     
  7. 7.

    Die Zellen der basalen Epithelschichten sind wenig differenziert. Sie bilden einen lockeren Verband, in dessen Interzellularen häufig weiße Blutzellen gefunden werden.

     
  8. 8.

    Die Frage nach der funktionellen Bedeutung der Rectaldrüse von Knorpelfischen läßt sich mit einer exkretorischen Leistung allein nicht befriedigend beantworten. Neben der Ausscheidung konzentrierter Kochsalzlösungen spielt auch die Sekretion von Schleimsubstanzen eine wichtige Rolle. Während für die Exkretion vorwiegend die Zellen der Drüsenschläuche verantwortlich sind, erfolgt die Schleimsekretion in erster Linie im Zentralkanalepithel.

     

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