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Antibakterielle Inhaltsstoffe in Algen

1. Mitteilung
  • K. W. Glombitza1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen19:BF01611977

https://doi.org/10.1007/BF01611977

Zusammenfassung

1. Die Aufarbeitungsmethoden zur Gewinnung antibakterieller Extrakte aus Meeresalgen werden im Hinblick auf Haltbarkeit und Trocknung des Materials untersucht.

2. Die antibakteriellen Eigenschaften der Präparate aus 9 Chlorophyceen, 16 Rhodophyceen und 16 Phaeophyceen gegen 4 gram-positive und 2 gram-negative Bakterienstämme werden bestimmt.

3. Die stärksten antibakteriellen Eigenschaften finden sich bei den Chlorophyceen. Von den Rhodophyceen haben nurChondrus crispus, Laurencia pinnatifida, Delesseria sanguinea und zum Teil auchRhodomela confervoides, von den PhaeophyceenHalidrys siliquosa, Fucus, Laminaria digitata undDesmarestia viridis eine deutliche Hemmwirkung.

4. Bei den Rhodophyceen und Chlorophyceen kommen überwiegend nur hydrophile, bei den Phaeophyceen auch mit lipophilen Lösungsmitteln extrahierbare Hemmstoffe vor.

5. BeiDumontia incrassata liegen leicht flüchtige, schwach wirksame Hemmstoffe vor; beiDesmarestia viridis geht die Antibiose auf eine Verschiebung des pH-Wertes des Kulturmediums durch die aus den Thalli hinausdiffundierende Schwefelsäure zurück.

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