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Nahrungsaufnahme und Verdauung bei der ForaminifereAllogromia laticollaris

  • A. M. Lengsfeld1, 2
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen19:BF01611978

https://doi.org/10.1007/BF01611978

Zusammenfassung

1. Zur Untersuchung von Nahrungsaufnahme und Verdauung bei der monothalamen ForaminifereAllogromia laticollaris wurden Zellen nach einer Hungerperiode von 14–24 Stunden mitSaccharomyces cerevisiae oder einzelnen Algenfäden vonSchizothrix calcicola gefüttert und zu verschiedenen Zeiten nach der Nahrungsaufnahme elektronenmikroskopisch untersucht.

2.A. laticollaris umgibt ihre Beute (z. B. Hefezellen) bei Aufnahme und Transport mittels der Reticulopodien nicht allseitig mit Cytoplasma unter Ausbildung einer Nahrungsvakuole. Statt dessen werden die Nahrungsorganismen nur von einem Netzwerk aus zahlreichen cytoplasmatischen Untersträngen umsponnen und — extrazellulär liegend — mit Hilfe der Cytoplasmaströmung der Rhizopodien in den Schalenraum transportiert.

3. Die Hefezellen verbleiben dort im Lakunensystem und sind in allen Bereichen innerhalb des Schalenraumes anzutreffen.

4. Die Nahrungspartikel werden auch zur Verdauung nicht in spezielle Nahrungsvakuolen eingeschlossen, sondern in den Lakunen des Hohlraumsystems abgebaut. Die Verdauung erfolgt somit in extrazellulärem Milieu. Den feinen Cytoplasmasträngen, welche die Hohlräume in großer Zahl durchziehen, muß dabei eine besondere Bedeutung für den Stoffaustausch, insbesondere für die Resorption der verdauten Substrate, zugeschrieben werden. Bei dieser extrazellulären Verdauung im Zell-Leib vonAllogromia besteht eine Parallele zu der bei höheren Tieren im Darmtrakt erfolgenden Verdauung.

5. Die Ausscheidung der unverdaulichen Nahrungsreste geht auf gleiche Weise vor sich wie die Aufnahme der Beuteorganismen, nur in umgekehrter Richtung.

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