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Beiträge zur Entsalzung mit Retardion 11A8

  • Heinz Schaefer1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen11:BF01612378

https://doi.org/10.1007/BF01612378

Zusammenfassung

1. Das Arbeiten mit dem Ionenverzögerungsverfahren wird eingehend beschrieben.

2. Die optimalen Bedingungen für die Trennung organischer Testsubstanzen von anorganischen Salzen bei Raumtemperatur sind: zwei hintereinandergeschaltete Säulen mit einem Gesamtvolumen von 225 ml Retardion 11A8; 50 bis 100 ml Analysenprobe einer 3,5prozentigen oder 50 ml einer 7prozentigen Salzlösung; 60 ml/h Durchflußgeschwindigkeit; 4 bis 5 1 Wasser zum Eluieren und Regenerieren der Säulen.

3. Aus der organischen Fraktion werden an zugesetzten Ionen entfernt: Cl 96,2%; So4 −− 63,4%; Mg++ 97,7%; Ca++ 96,8%.

4. Es werden Maßnahmen zur Wiederherstellung von gestörtem Gleichgewicht der Säulen beschrieben.

5. Mit Retardion 11A8 läßt sich ein Salzgemisch in seine einzelnen Komponenten zerlegen. Die Reihenfolge der untersuchten Ionen im Säuleneluat ist: PO4 −−−, CO3 −− und HCO3 , SO4 −−, Cl, Br; NH4 +, K+, Na+, Mg++, Ca++. Die Abtrennung der Erdalkali ist besonders scharf.

6. Die Elutionskurven von vielen Aminosäuren und verwandten Verbindungen, Kohlenhydraten, anorganischen und organischen Phosphatverbindungen, organischen Säuren, Harnstoff und Gelbstoff werden beschrieben.

7. Der Prozentsatz des Wiederauffindens zugesetzter organischer Testsubstanzen, die von Salzen getrennt werden, beträgt 95 bis 100 für die meisten Aminosäuren, Kreatin, Zucker, Zuckeralkohole und für einige Phosphorsäureester. Die Ausbeute von Asparaginsäure und basischen Aminosäuren, Histamin, Glucosamin, Glucosediphosphat und organischen Säuren ist geringer.

8. Die Vor- und Nachteile sowie einige Möglichkeiten der Anwendung des Ionenverzögerungsverfahrens mit Retardion 11A8 in der Hydrobiologie, Biochemie und Meeresbiologie werden diskutiert.

Notes

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