Open Access

Zum Wachstum der Otolithen bei Jungheringen

  • G. Hempel1 und
  • H. H. Trekel1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen6:BF01614290

https://doi.org/10.1007/BF01614290

Zusammenfassung

Etwa 1000 Heringslarven und Jungheringe aus den Fängen der Jahre 1957 und 1958 wurden untersucht. Die Proben bestanden in erster Linie aus den Abkömmlingen der im Sommer/Herbst laichenden Bankheringe der mittleren und nördlichen Nordsee. Downslarven und -jungheringe spielten daneben nur eine geringe Rolle. Die Ausmessung des Otolithen und seines Zentralfeldes erfolgte auf Grund von Photographien.

Die Ausformung des Otolithen wird anhand von Umrißzeichnungen beschrieben (Abb. 3).

In den Abb. 4–6 sind die Allometrieverhältnisse Otolithenlänge : Totallänge, Kopflänge : Totallänge und Otolithenlänge : Kopflänge dargestellt. Die Allometrieverhältnisse von Kopf und Otolith zur Körperlänge ändern sich während des ersten Lebensjahres erheblich. Otolith und Kopf wachsen dagegen nach der Metamorphose annähernd isometrisch zueinander.

Die Ausmessung des Zentralfeldes stößt infolge seiner oft unscharfen Begrenzung auf erhebliche Schwierigkeiten. Bei vielen Otolithen liegt zwischen dem eigentlichen Zentralfeld und der ersten opaken Zone eine semi-opake Übergangszone. Die Strukturen der Otolithen von Heringslarven werden kurz beschrieben.

Nach Abschluß der Zentralfeldbildung scheint sich die Größe des Zentralfeldes — zumindest während der ersten beiden Lebensjahre — nicht zu verändern (Abb. 10). Längen-Rückenberechnungen an Zentralfeldern und direkte Beobachtungen ergaben, daß die Larven des Bankherings Ende März in der Deutschen Bucht mit der Bildung des ersten opaken Sommerringes beginnen.

Der erste opake Ring des Heringsotolithen besteht wie bei anderen Fischen aus einer Aufeinanderfolge von Zonen unterschiedlicher Transparenz. Im Frühjahr werden sehr kräftige opake Strukturen angelegt, denen später transparentere folgen. Für manche Otolithen — besonders bei Jungheringen, die im August im Küstenwasser gefangen worden waren — war es nicht zu entscheiden, ob die diffuse hyaline Zone, die bereits im Sommer angelegt wird, als Sekundärring oder als erster „Winterring“ bewertet werden muß.

Weitere Untersuchungen über die Struktur der Otolithen von Heringen verschiedener Herkunft und über das Wachstum der Jungheringe der Deutschen Bucht sind in Vorbereitung.

Notes

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