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Regenerations- und Heilungsversuche an der Proactinula vonEctopleura dumortieri (Athecatae-Anthomedusae) unter Anwendung der Zeittransformation

  • Willi Kuhl1, 2 und
  • Gertrud Kuhl1, 2
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen196716:BF01620690

https://doi.org/10.1007/BF01620690

Publiziert: 1. August 1967

Zusammenfassung

1. Entwicklungsstadien vonEctopleura dumortieri van Beneden (Tubularidae, Athecatae-Anthomedusae) vom 8. Teilungsschritt (256 Blastomere) an bis zur Proactinula („Sternchen-Stadium“) mit bereits beweglichen Tentakeln wurden mikrochirurgischen Eingriffen ausgesetzt.

2. Einschnitte in den Körper der Proactinula zwischen zwei Tentakeln heilen in zwei Stunden zu, ohne Spuren der Verletzung zu hinterlassen.

3. Trotz Amputation sämtlicher Tentakel eines „Sternchens“ entsteht eine sich normal verhaltende Proactinula, jedoch mit reduzierter Tentakelzahl.

4. Völlige Durchtrennung eines „Sternchens“ wird gut vertragen. In jedem Fall bilden die Teilstücke Tentakel aus, die sich meist normal strecken und bewegen.

5. Ob Regeneration oder Neubildung von Fangarmen nach Verletzungen vorliegt, läßt sich nur durch Versuche an frühen Entwicklungsstadien entscheiden, und zwar nicht für den einzelnen Tentakel, sondern nur an Hand der Summe aller Tentakel sämtlicher Teilstücke; diese beträgt oft mehr als das Doppelte der Maximalzahl, welche eine normale Proactinula zu bilden vermag.

6. Aus allen 10 Teilstücken eines „Sternchens“ entstanden kleine „Proactinulae“ mit 3 bis 4 normalen Tentakeln, zum Teil deutlich erkennbarer aboraler Stielanlage und vorwachsender Basis der Oraltentakel.

7. Aus nicht zu kleinen Teilstücken können ganze Polypen entstehen, die sich mit langem Stiel festsetzen; sie sind zum Beutefang befähigt.

8. Die Vitalität der Regenerate und Neubildungen sowie ihr Bewegungsverhalten werden durch Zeitraffer-Filmaufnahmen kontrolliert.

Notes

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