Skip to content

Advertisement

  • Hydrophysik Und Hydrochemie
  • Open Access

Die Erscheinungen der Wasserbewegung und ihre Wirkung auf Sedentarier im mediterranen Felslitoral

  • 1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen10:BF01626105

https://doi.org/10.1007/BF01626105

    Zusammenfassung

    1. Die Wasserbewegung erweist sich als ein Umweltfaktor von erstrangiger Bedeutung. Sie bestimmt weitgehend die Verteilung der Substrate, Anordnung und Gestalt der Organismen, besonders der Sedentarier im Felslitoral. Dennoch ist sie in letzterem noch nicht vermessen worden, denn auf Grund der Vielfalt ihrer Erscheinungen und mutmaßlichen Wirkungsweisen muß vorerst untersucht werden, welche Ursachen und Wirkungen überhaupt verknüpft erscheinen.

    2. Die Vereinigung zweier Erfahrungsbereiche macht nun eine erste Zuordnung der hydrodynamischen Erscheinungen noch vor deren Vermessung im Biotop möglich: Ozeanographie, Geologie, Geomorphologie und Wasserbau bieten zusammen ein so großes, einschlägiges Material, daß schon eine Vielzahl von Bewegungserscheinungen im Litoral vergleichend erkannt werden kann. Die wissenschaftliche Taucherei im Litoral ließ durch die gewonnene Anschauung eine Fülle von Ursachen und Wirkungen verknüpfen.

    3. Die bislang erkannten etwa 27 unterschiedlichen Verknüpfungsweisen werden nach 5 Gesichtspunkten analysiert und mit je einem Beispiel belegt. Der künftigen metrischen Bearbeitung sollen damit die Ansatzpunkte geliefert werden.

    4. Grunderscheinungen: Die Staudruckwirkung läßt sich an Substrat- und Organismenfestigkeit, die der Durchflußmenge an Ernährung und Belüftung ablesen, jene der Wasserversetzung, z. B. an der Medusenverdriftung. Die Teilchengeschwindigkeit bildet die allgemeinste Meßeinheit.

    5. Bewegungsweisen: Der streichende Wasserkörper trennt in seinen zwei Formen flächige und radiäre Wuchstypen, der schwingende verändert die Orientierung der flächigen Formen, der zerreißende führt zur Auslese von z. B. gepanzerten Schildformen.

    6. Expositionsgefälle: Die Küstenexposition ist etwa nach den Halophyten-, Lithophyten-und Hydroidenzonen zu bemessen, das Gefälle bei zunehmender Tiefe nach der Orientierung der Hydroiden und Anthozoen in den kritischen Tiefen. Die Wirkung der Substratgestalt läßt sich der Hydroiden-Anordnung, die der Substratgliederung jener der Mikrofauna entnehmen.

    7. Einfache Wirkungsweisen: Jeweils nach den Aspekten und den Ausschnitten (welche die Wirkungen bestimmen) getrennt dargestellt:

    1. a)

      Die Aspekte: Die Bedeutung der Substratfestigkeit wird durch die Aufwuchsverhältnisse in Blockfeldern, die der Störung durch die Hydroiden-Auswahl in Tangbeständen, die der Resistenz am Beispiel der Brandungs-Selektion erörtert; jene der Verschüttung, der Säuberung und des Scheuerns mit Vorgängen am Felslitoral-Rand, in Höhlen und Geschiebeböden belegt. Der Aspekt Ernährung wird an Hand des Wasserdurchzuges der höhlenbewohnenden Filtrierer, der der Lüftung am Beispiel der Abgabe von Fortpflanzungsprodukten geschildert. Befruchtung und Verbreitung hängen wiederum mit der Wasserversetzung zusammen.

       
    2. b)

      Die wirkenden Ausschnitte: Die Kennzeichen der Maxima werden aus dem Verhältnis Lithophyten- zu Halophytenzone, die der Mittelwerte aus dem der Hydroiden- und Sedimentzonen an den Felslitoralgrenzen abgeleitet, jene der Minima aus Mortalitätsverhältnissen unter künstlichen Bedingungen.

       

    8. Komplexe Wirkungen: Expositionsbedingte Wuchsformen-Auswahl wird durch Reihen von Arten und Standortmodifikationen belegt, die Abwandlung der Filterformen an Hand der flächigen Hydroiden geschildert. Wuchsform und Bestandsdichte in ihrer korrelierten Abhängigkeit lassen die Hydroidenzonen der Höhlen erkennen. Die unterschiedliche Expositionsabhängigkeit der Ernährungstypen zeigt die Gegenüberstellung der aktiven und passiven Filtrierer.

    Advertisement