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  • Allgemeine Ökologie
  • Open Access

Biotopstruktur und Besiedlungsstruktur

  • 1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen10:BF01626119

https://doi.org/10.1007/BF01626119

    Schlussbetrachtung und Zusammenfassung

    Damit habe ich einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir uns zusätzliche Kenntnisse über die Einfügung der Tiere in den Lebensraum des marinen Substrates verschaffen können. Eine Verfeinerung der Aufsammlungstechnik, die Anwendung statistischer Methoden sowie eine Ausdehnung unserer Untersuchungen auf eine möglichst große Zahl morphologischer und physiologischer Eigenheiten der Tiere muß zu einer parallelen Verfeinerung unserer Vorstellungen von den Strukturen mariner Lebensgemeinschaften führen.

    Wir müssen uns nun allerdings die Frage stellen, ob dieser erhöhten Einsicht in die Besiedlungsstruktur auch eine erhöhte Einsicht in die Biotopstruktur entspricht. Oder anders ausgedrückt: Lassen sich die ökologisch wichtigen Faktoren mariner Substrate soweit differenzieren, daß die Biotopstruktur mit der nachweisbaren Besiedlungsstruktur zur Deckung gebracht werden kann?

    Die Antwort hierauf ist, daß ein derartiges Aufeinanderbeziehen von Biotop- und Besiedlungsmustern bis jetzt nur auf höchst unvollkommene Weise möglich ist. Unsere Einsichten in die Eigenheiten der marinen Fauna dürften trotz aller Mängel den Einsichten in die Lebensbedingungen mariner Biotope noch immer überlegen sein. Wohl ist es richtig, daß die Verteilung der Fauna ganz allgemein mit der Natur des Substrates, dem Sauerstoffgehalt des Mediums, der Salinität, Temperatur, Tiefe oder Lichtintensität verknüpft werden kann, aber durch welche Faktorenkombinationen das genaue Verteilungsmuster einer Lebensgemeinschaft von Fall zu Fall bedingt wird, ist nur höchst beiläufig darstellbar. Am größten ist unsere Unwissenheit wohl in bezug auf die genaue Verteilung und Zusammensetzung der Nahrungsquellen der verschiedenen Tiere. Hinzu kommt, daß die Besiedlungsstruktur eines Biotops natürlich nicht bloß von physiographischen, sondern auch von biologischen Faktoren abhängt, und um diese abschätzen zu können, müßten wir in das Dickicht der Funktionsanalyse interorganismischer Beziehungen treten.

    Es ist also der Schluß zu ziehen, daß die Erforschung mariner Lebensgemeinschaften noch mitten in ihrer deskriptiven Phase steckt. Wir können nur hoffen, daß sich die Zahl der durchschaubaren ökologischen Korrelationen mit der Zeit so vermehren wird, daß schließlich doch einmal detaillierte, umweltsgerechte Bilder von den Strukturen mariner Lebensgemeinschaften entworfen werden können.

    Notes

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