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  • Allgemeine Ökologie
  • Open Access

Typologie des Brackwassers

  • 1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen10:BF01626120

https://doi.org/10.1007/BF01626120

    Zusammenfassung

    1. Wenn das „Venice System“ für die Klassifizierung der Brackwässer auf biologischen Unterschieden beruht, sollten die verschiedenen Klassen nicht in erster Stelle nach der Salinität, sondern nach den biologischen Erscheinungen definiert werden.

    2. Auf Grund der Zusammensetzung der Biozönosen ist es möglich, in Brackmeeren, Aestuaren und abgeschlossenen Brackwässern drei Untertypen zu unterscheiden, deren Grenzen mit dem mittleren Salzgehalt korreliert werden können, und welche gewöhnlich als oligohalin, mesohalin und polyhalin bezeichnet werden.

    3. Die entsprechenden Untertypen der drei verschiedenen Brackwassertypen sind aber nicht vergleichbar, da ihre Grenzen durch ganz verschiedene Faktoren bestimmt werden und nicht zusammenfallen; infolgedessen weisen ihre Biozönosen deutliche Differenzen auf.

    4. Die großen täglichen Salzgehaltsschwankungen in den Aestuaren formen eine effektive Barriere für viele euryhaline Meeresarten und fast alle Süßwasserarten.

    5. In den abgeschlossenen Brackwässern verursachen die oft großen jährlichen Salinitätsschwankungen das Fehlen stenohaliner Arten. Die Maximum- und Minimumsalzwerte entscheiden, welche euryhalinen Arten in einem bestimmten Wasser gut oder nicht existieren können, und zwar unabhängig vom Schwankungsmuster.

    6. Eine Einteilung des Brackwassers nach seiner räumlichen Kontinuität und der Periodizität der Salzgehaltsschwankungen ergibt ein typologisches System, in welchem folgende Typen erkannt wurden: a) Brackmeere; b) Flußmündungen in einem gezeitenlosen Meer; c) Aestuare; d) Schockbiotope; e) supralittorale Tümpel; f) lagunäre und abgeschlossene Brackwässer; g) Gezeitenzonen; h) Küstengrundwasser. Die verschiedenen Typen werden von speziellen Leitarten gekennzeichnet.

    7. Nur ein Teil dieser Brackwassertypen zeigt eine weitere Unterteilung, welche mit dem mittleren Salzgehalt korreliert werden kann.

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