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Klassifizierung mariner, brackiger und limnischer Grundwasserbiotope

  • Siegfried Husmann1
Helgoländer wissenschaftliche Meeresuntersuchungen196716:BF01611711

https://doi.org/10.1007/BF01611711

Publiziert: 1. November 1967

Zusammenfassung

1. Das „Küstengrundwasser“ stellt einen Übergangsbereich zwischen limnischen und marin beeinflußten Grundwasserbiotopen dar.

2. Im limnischen, brackigen und marinen Mesopsammal beziehungsweise Mesopsephal wirken dieselben ökologischen Hauptfaktoren: Lichtlosigkeit und Ausmaß der Kavernengeräumigkeit. Diese ökologische Gemeinsamkeit gibt Anlaß, eine Gliederung der limnischen Grundwasserbiotope (Husmann 1966) zu einer Typologie der Gesamtheit limnischer, brackiger und mariner Subterranbiotope zu erweitern.

3. Zur Gliederung der limnischen Grundwässer wird die Beschaffenheit des grundwasserführenden Substrates jeweils mit der Art und Weise zönologischer Einflüsse aus Oberflächengewässern, oder mit dem Fehlen derartiger Kontakte, in Beziehung gesetzt. Dabei ergeben sich die in Abbildung 1 genannten Bezeichnungen limnischer unterirdischer Biotope.

4. Für eine Typologie der marin beeinflußten Interstitialgewässer — „Thalassopsammal“, „Thalassopsephal“ — wird die Salinität des Interstitialwassers hinzugezogen.

5. Unter Berücksichtigung der Vorbehalte vonDen Hartog (1964) wird dem „Venedig-System“ hierzu nur beschränkte Geeignetheit zuerkannt.

6. Eine Heranziehung des „Venedig-Systems“ beschränkt sich auf Grundwasserbiotope der Meeresküste mit besonders ausgeprägter Stabilität der Salinität. Ein Beispiel für eine derartige Besonderheit gibt Abbildung 1.

7. Eine Kombination der vorgeschlagenen Bezeichnungen brackiger Interstitialgewässer mit dem „Typologischen System der Brackwässer“ (Den Hartog 1964) erscheint nach Möglichkeit angebracht. Beispiel: „Lagunäres (mixo-)oligohalines Thalassopsammal.

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